Besuch aus Brasilien: Entre Rios, Jugendblaskapelle 26.-29. Juli 2016

Auch dieses Jahr besuchten die Deutsche Gemeinschaft in Osijek vom 26. bis 29. Juli unsere lieben Landsleute aus  Brasilien, Nachfahren der Donauschwaben, deren Vorfahren Kroatien Ende des Zweiten Weltkrieges verließen und an dem anderen Ende der Welt ein neues Leben fanden. Doch wie kam es dazu, dass auf dem Boden des weiten Lateinamerika eine Kolonie der fleißigen und regsamen Donauschwaben gegründet wurde?

Ungefähr 500 deutscher Familien verbrachte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehrere Jahre in den Flüchtlingslagern in Österreich und, auf Einladung der brasilianischen Regierung, siedelten sie das Gebiet von Entre Rios im Bundesland Parana an. Dort erhielten sie das versprochene Land, aber da die Qualität des Bodens nicht mit dem des slawonischen und syrmiumschen zu  vergleichen war, mussten sie zum Überleben in der Neuen Welt mühsam arbeiten, um aus dem kargen, sandigen  Boden das Beste herauszuholen. Doch sie ließen sich von dem  schweren Leben der Ansiedler und der täglichen Mühe nicht beirren und in mühsamen Arbeit gründeten sie die landwirtschaftliche Genossenschaft “Agraria”, die heute den Status einer der besten landwirtschaftlichen Produzenten, nicht nur in Brasilien, sondern in der ganzen Welt erreichte.

Ihre Tradition bewahrend und die Kultur der Donauschwaben auf ihre Nachfahren übertragend gelang es ihnen, die Sprache, den schwäbischen Geist und die Bräuche, in denen auch sie aufgewachsen sind, zu erhalten. So lernen alle zwei Jahren neue junge Geschlechter die Länder ihrer Vorfahren kennen, in denen sie dann ihre kulturelle-künstlerische Programme vorstellen. Der diesjährige Besuch war ein Teil der Europatour der Jugendlichen aus Entre Rios versammelt in eine Blaskapelle, die unter der Schirmherrschaft der Donauschwäbisch-Brasilianischen Kulturstiftung wirkt und die im Laufe der dreiwöchigen Tour durch Europa – von Deutschland über Österreich ganz bis Ungarn – auftrat.

Der rührendste Teil der Tour war sicherlich die Besichtigung der Häuser ihrer Großeltern aus dem Gebiet von Osijek, Đakovo und der đakovoer und vukovarer Umgebung, aus welchen einige der Jugendlich ausgedruckte Karten der Dörfer aus dem Jahre 1944 hatten, die ihre Vorfahren mitnahmen. In Valpovo, in der Kapelle des Hl. Rochus, sahen sie auch den Dokumentarfilm über die Donauschwaben und besuchten, zusammen mit Renata Trischler, der Geschäftsleiterin der Deutschen Gemeinschaft, und Darko Apel, dem Sekretär, den Friedhof in Valpovo, legten Kränze am Denkmal nieder und beteten einen „Vater unser“ für alle unschuldige Opfer der Nachkriegslager in denen die Deutschen ausschließlich wegen ihrer nationalen Zugehörigkeit litten und starben.

Den letzten Abend unserer Geselligkeit schlossen wir auf dem Schiff  “Bijela lađa” im Winterhafen mit populären Liedern, gesungen von den Mitgliedern des Singchores der Deutschen Gemeinschaft “Alte Kameraden”, denen sich alle Anwesende anschlossen, ab. Mit dem Versprechen, dass wir uns bald wiedersehen nahmen wir von unseren Freunden, Landsleuten und, vor allem, guten Menschen aus dem weiten Entre Rios, Abschied.

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