Ausflug nach Apatin, 28. September.2013

 Ausflug nach  Apatin, am 28. September.2013

Der Ausflug nach Apatin war ein hervorragendes Erlebnis für alle Anwesende Mitglieder der Deutschen Gemeinschaft. Wie  eine Zeitmaschine führte uns Herr Boris Mašić, Präsident des deutschen Vereines „Adam Berenz“ aus Apatin, ein hervorragender und energischer Kenner der Geschichte der Stadt Apatin und sprachwendiger Redner, durch die Geschichte der Stadt.  Durch ihn gewannen wir Einsicht in die Geschichte dieser Stadt, am Anfang eine der Schlüsselstädte der deutschen Ansiedlung – bis zur heutigen, ein wenig vergessenen und erloschenen, Stadt an der Donau, die ihre Bedeutung, nach geschichtlichen und politischen Wenden im vergangenen Jahrhundert, verlor. Wir waren fasziniert von der Beharrlichkeit  des Herrn  Mašić, mit welcher er sich bemüht, die geschichtlichen Dokumente, von denen einige bis zu 500 Jahren in die Geschichte zurückgreifen, ohne genügende finanzielle oder sonstige Hilfe staatlicher Institutionen zu verzeichnen, erhalten und archivieren.

Zum  Anfang besuchten wir die Kirche „Maria Himmelfahrt“ in der sich die berühmte “Schwarze Mutter Gottes” befindet.  Die ersten Ansiedler nahmen sie mit auf ihre Donaureise, in den bekannten “Ulmer Schachteln”, und entschlossen, sich an dem Ort wo  die „Schwarze Mutter Gottes“ aufrecht stehen kann  anzusiedeln. Sie hielten an Orten, die ihnen lebensgünstig erschienen, an, doch die „Schwarze Mutter Gottes“ hatte einen anderen Plan für sie, so setzten sie ihre Donaureise fort. Nach allen Unbillen, die sie verfolgten, wurde ihre Beharrlichkeit mit der Ankunft auf dem Boden des heutigen Apatin  belohnt, wo sie dann zu ihrer Ehre eine Kirche  bauten. Apatin wurde danach zum Hauptpunkt der späteren Ansiedlung der deutschen Ansiedler in der Region. Die Stadt entwickelte sich wirtschaftlich dank den in Zunftvereine organisierten Handwerkern und Kaufleuten und als regionales Haupthandelszentrum erhielt Apatin auch einen bevorzugten Status.

Apatina Apatinb Apatinc

Danach besuchten wir den  Apatiner Friedhof (den sogenannten  Speiserfriedhof) auf dem sich auch eines der größten Mausoleen Europas befindet. Die Geschichte war auch hier gnadenlos, denn nach  dem  Jahr 1945 wurde  die deutsche Population größtenteils in Arbeitslager vertrieben, wo ein Teil von ihnen an ansteckenden Krankheiten starb, ein Teil einen Hungertod  erlitt und ein Teil der Unterernährung erlag (insgesamt mehr als 2000 Menschen). Eine unbekannte Anzahl wurde in die damalige UDSSR zur Zwangsarbeit  deportiert, wo sie bis 1948 blieben.  Nach ihrer Rückkehr nach Jugoslawien emigrierten sie in verschiedene Windrichtungen, teils aus politischen, teils aus wirtschaftlichen Gründen.

Apatind Apatine Apatinf

Das nächste Ziel unseres Besuches war die Kirche des „Herz Jesu“. Die Kirche wurde nicht fertiggestellt, obwohl deren  Bau noch im Jahr 1943 begann, das Innere dieses großen Gebäudes ist kahl und ohne Zierden, doch durch die ausdauernde  Arbeit von Herrn  Mašić wurde die Kirche vor weiterem Verfall geschützt,  geplant ist, das vorhandene  Gebäude zu einer Gedenkstätte umzuwandeln, in welcher Angaben, Verzeichnungen, Bücher und Dokumente über das Leben der Donauschwaben gesammelt werden soll. Ein Teil der Bücher und Dokumenten (einige sind von unschätzbaren Wert) ist schon ausgestellt und wir wurden auch zur festlichen Eröffnung im kommenden Jahr eingeladen, was wir mit Begeisterung annahmen – denn, obwohl wir einige Zeit durch administrative Grenzen und geschichtliche Ereignisse getrennt waren, wodurch uns Apatin sinnwidrig fern war (und körperlich nur am anderen Donauufer), stehen uns heute die Tore der gegenseitigen Zusammenarbeit  und gemeinsamer Tätigkeit an der Erhaltung des Erbens der Donauschwaben in diesem Raum weit offen.

Apating Apatinh Apatini Apatinj

Apatink Apatinl Apatinm

Unserer Geselligkeiten beendeten wir mit einem gemeinsamen Mittagessen und dem Gedenken der Worte des apatiner Malers  Rudolf Udvari.  Der apatiner Kirchenmaler  Rudolf Udvari, wurde  1898 in  Štenberg in Mähren geboren. Nach dem I. Weltkriege wurde er  in  Apatin sesshaft, wo er Karl Greiner, einen Kirchenmaler, der seine Begabung schnell  erkannte, kennenlernte. Udvari  lernte an der Akademie in Köln. Er war bekannt als Maler großer kirchlichen Kompositionen. Er bemalte die Kirchen in Apatin, Sonta, Svilojevo, Čonoplja, Ada, Kolut, Kljajićevo und Gakova. Nach dem Kriege bemalte er auch das Kulturheim in  Apatin und  das Versammlungsgebäude von  Apatin.  Als ihn seine Landsleute fragten (nach dem Krieg), wie er denn  nach den kirchlichen Motiven  Bilder in soz-realistischer Manier malen könne, antwortete Udvari nichts, er malte an die Decke des Kulturheimes in  Apatin vier Paare in traditionellen Trachten  (serbischen, kroatischen, ungarischen und- deutschen, die von den Zensoren nicht bemerkt wurden) und danach erklärte er: “Ich malte ein Paar Schwaben, die auch nach uns für immer  hier bleiben.

Apatino Apatinop Apatinr

Apatins Apatint Apatinv Apatinu

Wissenschaftliche s Werk über die Apatiner Deutschen, Vanja Balaš:

http://www.anthroserbia.org/Content/PDF/Articles/Vanja_Bala%C5%A1a.pdf

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